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Almosen

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Sehe das Spenden nicht als einen Aufwand an, sondern als ein Einkommen, nicht als einen Verlust, sondern als einen Gewinn. Du wirst mehr empfangen, als du gegeben hast.

Du gibst Brot und empfängst das ewige Leben - du gibst ein Kleid und empfängst das Gewand der Unsterblichkeit - du gestattest das Wohnen unter deinem Dach und empfängst das Königreich des Himmels - du gibst vergängliche Güter und empfängst ewige Besitztümer.

Wenn vergänglicher, irdischer Besitz günstig zu kaufen ist, so sind wir schnell und eifrig, aber wenn wir unvergängliche, ewige Güter leicht einhandeln können, so zaudern wir und sind nachlässig.

Wenn der Bauer den Samen in das Feld legt und er ihn scheinbar verliert, so wird er dennoch nicht traurig und hält dies auch nicht für einen Verlust, sondern für Gewinn und Nutzen.

Du aber, der du auf einem viel edleren und fruchtbareren Acker säst, und Christus selbst dein Geld leihen sollst, weigerst dich, bist nachlässig und schützest deine eigene Armut vor.

Gib doch den Armen, damit, wenn du einmal für dich selbst nicht sprechen kannst, tausend Lippen für dich reden und das Almosen dein Anwalt sei.

Aber du sagst vielleicht, wie kann ich Almosen geben, wenn ich selbst arm bin? Wenn du arm bist, kannst du es eben am besten. Der Reiche nämlich ist oft von der Last seines Geldes erdrückt und krank, er hat eine unersättliche Liebe zum Besitz und will seine Habe immer noch vermehren. Der Arme aber ist von dieser Krankheit frei und eben weil er dieselbe nicht kennt, wird er umso leichter von seinem Gute mitteilen. Deshalb hat die Witwe im Evangelium (Mark.12,42) mit ihren zwei Hellern die Reichen alle übertroffen.

Wie viel sollen wir geben? Gib soviel du kannst. Hast du einen Cent, so kaufe den Himmel damit - nicht, weil der Himmel so billig zu haben ist, sondern weil Gott so liebevoll ist. Hast du auch nicht einen Cent, so gib dem Bedüftigen einen Becher kalten Wassers, denn wer den Geringsten um meinetwillen mit einem Becher kalten Wassers tränkt, wird nicht unbelohnt bleiben (Matt.10,42). Bedenke den herrlichen und grossen Lohn des Almosengebens. Salomo sagt: wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn (Sprüche19,17).

Weil nämlich die Reichen nicht gerne Geld ausleihen, ohne genügend Sicherheiten und vielfach dem Mitleid verschlossen sind und nur nach Gewinn trachten, darum verbürgt sich Gott selbst für die Armen.

Doch wann wirst du es mir wieder erstatten? Wenn des Menschen Sohn auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzt und die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke zu seiner Linken stellt.

"Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit, und werden vor Ihm alle Völker versammelt werden. Und Er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu Seiner Rechten stellen und die Böcke zu Seiner Linken.

Dann wird der König sagen zu denen zu Seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen." (Matt.25,31-36)

Johannes Chrysostomus 
 


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